Die Heizperiode kommt

Allgemein gilt die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April als Heizperiode. Minusgrade im Außenbereich, alternative Beheizungsarten und richtiges (energiesparendes) Heizen - das Thema Heizen beinhaltet für den Mieter viele Fragen.

Grundsätzlich besteht für den Mieter keine Heizpflicht. Jedoch ist der Mieter gehalten, Schäden in der Wohnung durch unterlassenes Heizen, z.B. Feuchtigkeitsprobleme und das Einfrieren von Wasserleitungen, zu verhindern.

 Wenn der Vermieter eine Heizung zur Verfügung gestellt hat z.B. Zentralheizung oder Etagenheizung, ist es dem Mieter nicht gestattet, ohne Einverständnis des Vermieters die Heizungsart umzustellen. Sofern kein Eingriff in die Bausubstanz erforderlich ist und keine Nachteile für Vermieter oder Nachbarn entstehen, kann eine alternative Beheizung aber zulässig sein. Ein Kaminofen darf erst in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirkskaminkehrermeister die Erlaubnis erteilt hat. Zudem ist in München ein Antrag auf eine Ausnahmezulassung nach der Brennstoffverordnung für die geplante Feuerstätte bei dem Referat für Gesundheit und Umwelt zu stellen.

Ist eine Heizungsanlage mitvermietet, hat der Vermieter die Heizungsanlage in Betrieb zu halten. Ausnahmen hiervon können bei dem Anmieten eines Einfamilienhauses gemacht werden, hier ist es möglich, dem Mieter z.B. die Beschaffung des Heizmaterials zu übertragen (Öleinkauf, Abschluss eines Gaslieferungsvertrages).

Über die Frage, wie warm die Mietwohnung zu sein hat, gehen die Meinungen (leider) auseinander. Dem einen reichen geringe Temperaturen, der andere liebt es „wohlig warm“. Wird die Heizung den individuellen Ansprüchen nicht gerecht, stellt sich die Frage, ob der Vermieter seiner Heizpflicht ordentlich nachkommt. Grundsätzlich ist ein Blick in den Mietvertrag nie verkehrt. Sofern sich hier Regelungen finden, sind diese auch vom Vermieter zu beachten. Was ist jedoch, wenn der Vertrag keine Regelung enthält oder aus Mietersicht eine nicht zufrieden stellende Regelung enthält? Nicht nur die Auffassung der Vertragspartner geht mitunter auseinander, auch die Gerichte entscheiden hier unterschiedlich. Das Landgericht München hat in einem Hinweisbeschluss von 2014 folgende Grundsätze aufgestellt: Eine Beschränkung der Heizverpflichtung auf die Haupträume ist ebenso unwirksam wie der Ausschluss der Beheizung im Sommer. Abhängig von der Außentemperatur müssen über das gesamte Jahr tagsüber mindestens 20 Grad Raumtemperatur erreicht werden können; eine darüber hinausgehenden Verpflichtung zur Beheizbarkeit der Räumlichkeiten auf 22 Grad in den Wohnräumen besteht nicht. Da in den Sommermonaten eine kurze Inbetriebnahme der Heizung unwirtschaftlich ist, wird davon ausgegangen, dass bei einem kurzfristigen Absinken der Innentemperatur keine Heizpflicht besteht, wenn mit einem Anstieg innerhalb der nächsten 1-2 Tage zu rechnen ist. Dem Vermieter wird regelmäßig zugestanden, nachts die Heizung „herunter zu fahren“, um Energie und Kosten zu sparen. Im Ergebnis wird nachts eine Temperatur von 18 Grad als ausreichend erachtet. Natürlich wird auch diskutiert, wann denn der Tag endet und die Nacht beginnt. Gesetzlich festgelegt ist die Nachtzeit in Bayern von 22 bis 7 Uhr. Die Heizpflicht betreffend wird die Nacht jedoch von den Gerichten meist „verkürzt“. Im heiztechnischen Sinne bedeutet „tagsüber“ normalerweise von 6 bis 24 Uhr. Abschließend stellt sich die Frage, wo die Raumtemperatur zu messen ist. Auch hier werden verschiedene Ansichten vertreten. In der Regel ist die Raumtemperatur möglichst in der Mitte des Raumes 1 Meter über dem Boden zu messen, um aussagekräftige Messwerte zu erhalten. Werden die vorgenannten Grundsätze nicht beachtet und stellt der Vermieter nicht einen vertragsgemäßen Zustand der Wohnung her, sollten Sie umgehend unsere Mietrechtsberatung in Anspruch nehmen, um Ihre Ansprüche rechtssicher geltend zu machen.

Schon die Reduzierung der durchschnittlichen Raumtemperatur um 1 Grad führt zu einer nicht unerheblichen Energieeinsparung von ca. 6 Prozent. Wenn also nur die Temperatur im Schlafzimmer minimal reduziert wird, kann schon einiges eingespart werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt sind, da ansonsten keine richtige Zirkulation der Luft möglich ist. Nicht ratsam ist auch das Beheizen aller Räume über nur einen Heizkörper, vielmehr sollten die Türen von beheizten Räumen geschlossen werden. Nachts und wenn man außer Haus ist, heißt die Devise ebenfalls Runterdrehen! Allerdings an besonders kalten Tagen nicht zu viel, sonst kühlen die Räume zu sehr aus und müssen dann wieder stark aufgeheizt werden. So verpufft die Ersparnis gleich wieder. Wenn in der Wohnung Rollläden vorhanden sind, sollten diese nachts geschlossen werden, dies minimiert Wärmeverluste durch das Fenster. Bei Mängeln an der Heizung oder den Heizkörpern, gleich den Vermieter davon in Kenntnis setzen. Gleiches gilt bei undichten Fenstern oder Türen. Oft genügt schon der Austausch von maroden Dichtungen.

Richtiges Lüften, hat ebenfalls Einfluss auf die Heizkosten. Dauerlüften/Kipplüften ist nicht zu empfehlen, sondern intensive Lüften für einige Minuten bei weit geöffneten Fenstern, ungefähr 3-4-mal am Tag. Dabei sollte richtig Durchzug geschaffen werden, d.h. alle Fenster ganz öffnen. Während dieser Stoßlüftungen, kann die verbrauchte Luft rasch ausgetauscht werden, aber die Wände kühlen nicht aus (im Gegensatz zur Dauerlüftung/zu dauergekippten Fenstern: der Luftaustausch ist viel zu gering, aber die Wände kühlen aus). Die Heizung sollte natürlich beim Stoßlüften aus sein!

Abschließend ein allg. Hinweis: Häufig wird zum Jahresende der Heizenergieverbrauch in der Wohnung durch Abrechnungsunternehmen abgelesen. Da die meisten Firmen kein Ableseprotokoll mehr fertigen und aushändigen ist es wichtig, dass Sie die Verbrauchswerte selbst kontrollieren und notieren (am besten mit Zeugen und/oder Fotos), damit später die Werte in Ihrer Abrechnung verglichen und ggf. mit den Werten des Ablesers abgestimmt werden können.

Bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip gibt es eine Verbrauchsampulle, die mit einer farbigen Flüssigkeit befüllt ist. Lesen Sie den Verbrauchswert auf der Skala ab, bis zu dem die Flüssigkeitsmenge verdunstet ist. Haben Sie Erfassungsgeräte mit zwei Röhrchen ist (je nach Hersteller unterschiedlich) eins davon das Röhrchen des Vorjahres, welches verschlossen ist.

Bei elektronischen Heizkostenverteilern werden abwechselnd je nach Modell zwei oder drei Werte angezeigt. Dabei handelt es sich um den aktuellen Verbrauchswert, dem Stichtagswert der letzten Abrechnung sowie ggf. die Gerätenummer. Dies gilt übrigens auch für sog. Funk – Heizkostenverteiler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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