Wohngeldreform 2016

Im Januar 2016 ist die schon lang geforderte Wohngeldreform des Bundes in Kraft getreten.
Ziel dieser Reform ist: mehr Menschen sollen mehr Wohngeld bekommen, als in den vergangenen Jahren!


Diese Anhebung des Wohngelds war dringend notwendig, weil seit der letzten Reform 2009 die Mieten enorm gestiegen sind
Die Änderungen im Überblick:
    
* Wohngelderhöhung im Schnitt um 39%
* Einkommensgrenzen werden erhöht (damit mehr Menschen Wohngeld berechtigt sind)
* Mietobergrenzen, bis zu welchen es Wohngeld gibt werden angehoben

Die Wohngeldhöhe wird an die Entwicklung der Einkommen, Warmmieten und Nebenkosten angepasst. Die Höhe des Zuschusses orientiert sich dann an der Miethöhe. Dabei gibt es aber Mietobergrenzen, d.h. überschreiten die tatsächlichen Wohnkosten diese Obergrenzen, werden die Kosten nicht voll berücksichtigt.
Da sich die Mieten in Deutschland stark unterscheiden, gibt es regional unterschiedliche Mietenstufen. (München rangiert dabei ganz oben - auf Stufe 6).
Grundsätzlich gilt:
Wohngeld ist keine vollständige Übernahme der Wohnkosten, sondern ein Zuschuss zur Miete für Menschen mit eigenem Einkommen, welches aber zu gering ist, so dass es nicht zur vollständigen Deckung der Wohnkosten ausreicht. Dabei ist es egal, ob es sich um eine öffentlich geförderte oder frei finanzierte Mietwohnung handelt. (Übrigens haben auch Eigentümer einen Leistungsanspruch für die selbstgenutzte Wohnung, hier spricht man dann aber von Lastenzuschuss).
Nicht wohngeldberechtigt sind Mieter, die eine staatliche Sozialleistung beziehen, die auch die Kosten der Unterkunft enthält (Grundsicherung/Arbeitslosengeld II/Sozialgeld und Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch). Ebenfalls nicht wohngeldberechtigt sind Personen die sich in Ausbildung befinden, alleine leben und daher einen Anspruch auf Ausbildungsförderungen haben.

Die Einkommensgrenzen, bis zu welchem man Wohngeld erhält wurden nun angehoben. Als Berechnungsgrundlage gilt das durchschnittliche Monatseinkommen aller Haushaltsmitglieder. Dazu gehören z.B. auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Kapitalerträge über 100 EUR. Kindergeld wird aber nicht dazugerechnet.
Es gilt: je geringer das Einkommen, desto höher der Wohngeldzuschuss und je höher die Miete, desto höher das Wohngeld.
Wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, besteht ein Rechtsanspruch auf Wohngeld.
Grundsätzlich sollten alle, deren Einkommen knapp über der Grundsicherung liegt, einen Antrag auf Wohngeld stellen. Der Antrag muss schriftlich bei der entsprechenden Behörde/Gemeinde eingereicht werden.
Für München gilt: das Antragsformular erhält man im Wohnungsamt Franziskanerstr. 8 oder in den Sozialbürgerhäusern. Bearbeitet werden die Anträge beim für das Stadtviertel zuständigem Sozialbürgerhaus. Daher den Antrag dahin per Post schicken oder persönlich abgeben. Dort bekommt man auch Auskunft und Beratung. Je früher der Antrag gestellt wird, desto besser, denn Wohngeld wird ab dem Monat gezahlt, in welchem der Antrag gestellt wurde. Wohngeld wird in der Regel für ein Jahr bewilligt, dann muss man einen neuen Antrag stellen.
Bitte beachten: Der Verein MIETER HELFEN MIETERN bietet keine Beratung bezüglich Wohngeld an.
Aber wie schon erwähnt, kann man sich bei Fragen an die Sozialbürgerhäuser wenden. uv

Infos auch unter:
www.muenchen.de/Rathaus (Stichwort Wohngeld)
www.wohngeldantrag.de (behandelt sehr umfangreich alles zum Thema Wohngeld)
http://www.bmub.bund.de/service/buergerforum/haeufige-fragen-faq/faq-wohngeld/

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